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NEUES aus der empirischen Bildungsforschung

Keine Frage: Egal, ob Grund-, Mittel- oder Realschule oder auch Gymnasium – wer sich für den Lehrberuf interessiert, ist am Campus Regensburger Straße in Nürnberg richtig. Doch neben der Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte gibt es dort weitere spannende Optionen, wie es nach der Bachelor-Prüfung oder dem Staatsexamen weitergehen kann.

Eine davon ist der Master-Studiengang Erziehungswissenschaftlich-Empirische Bildungsforschung (EE-BF), der Kompetenzen in quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden vermittelt.
Was erst einmal abstrakt klingt, ist tatsächlich sehr praxisnah angelegt. „Wir verfolgen in dem Studiengang das Konzept forschendes Lernen“, hebt Studiengangkoordinatorin Lisa Birnbaum hervor. „Deshalb können die Studierenden auch konkret an aktuellen Forschungsprojekten mitarbeiten und sich bereits während des Studiums mit Bildungseinrichtungen vernetzen.“
Der Masterabschluss qualifiziert für vielfältige Tätigkeiten. „Das reicht von der Arbeit in der Wissenschaft über Referententätigkeiten bis zum Einsatz in Schulen, Hochschulen und Unternehmen, wo Bildungsprozesse entwickelt und evaluiert werden“, sagt Lisa Birnbaum.

Praxisnaher Ansatz

„Gerade, dass es sich um ein so weites Feld handelt, hat mich besonders gereizt“, verrät Gerlinde Steinbinder, die Grundschullehramt studiert hat und mittlerweile im dritten Mastersemester ist. „Die empirische Bildungsforschung reicht auch weit über den schulischen Kontext hinaus und beschäftigt sich beispielsweise auch mit Erwachsenenbildung und Übergängen im Bildungssystem.“ Der Masterstudiengang ist für alle offen, die im Bachelorstudium erziehungswissenschaftliche Grundlagen erworben haben. „Neben den Lehramtsstudiengängen kommen unsere Studierenden etwa aus der Sozialen Arbeit, der Psychologie, der Pflegepädagogik oder verwandten Fächern“, erklärt Lisa Birnbaum. „Das ist sehr bereichernd, weil durch die verschiedenen Hintergründe der Studierenden auch viele verschiedene Fragestellungen in den Seminaren aufkommen.“

Hoher Betreuungsschlüssel

Auf individuelle Nachfragen einzugehen, ist deshalb problemlos möglich, weil die Größe des Studiengangs überschaubar sei. „Wir haben zahlenmäßig ein sehr gutes Verhältnis von Lehrenden und Studierenden“, berichtet Lisa Birnbaum. Jederzeit Ansprechpartner zu finden, weiß auch Nick Naujoks zu schätzen, der im vierten Semester studiert und sich besonders für Schnittstellen interessiert, die eine
enge Zusammenarbeit zwischen empirischer Forschung und pädagogischer Praxis ermöglichen. „Ich treffe mich beispielsweise regelmäßig mit unseren Mentorinnen und Mentoren, wenn ich an einem Forschungsprojekt für die Uni sitze“, sagt der Student und fügt hinzu: „Man bekommt viel Unterstützung. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, das Studium sehr individuell nach eigenen Interessen zu gestalten.“

Neues Profil

Den Studierenden stehen vier Profile für eine Spezialisierung zur Auswahl. Schon seit Längerem werden die Profile Medienpädagogik, Heterogenität und Diversity-Management sowie Qualitätsentwicklung in
Bildungsinstitutionen angeboten. Seit dem Wintersemester 2019/20 steht nun auch das Profil internationale Bildung zur Verfügung. „Bildungsforschung macht nicht an den Ländergrenzen halt. Schon heute gibt es etliche internationale Kooperationsprojekte, sowie länderübergreifende Bildungsstudien – wie zum Beispiel die allseits bekannte PISA-Studie“, sagt Lisa Birnbaum. „Deshalb freuen wir uns, dass wir unser Angebot um die Perspektive der internationalen Bildung erweitern konnten.

 

Source: Alexander – Magazin Nr. 113 Mai 2020, S. 18 https://www.fau.de/files/2020/05/alexander113_202005.pdf